Glossar
DeepL-Glossar: Handhabung und Empfehlungen
Gegenstand des Dokuments: Texte werden automatisiert mit dem Dienst DeepL übersetzt – angesteuert über eine Programmierschnittstelle (API), also aus den eigenen Systemen des Unternehmens heraus. Ein „Glossar“ ist dabei eine Begriffsliste, die DeepL vorgibt, wie ein bestimmter Begriff zu übersetzen ist.
Belegstufen der Aussagen
[DOK]= von DeepL selbst dokumentiert[PRAXIS]= Erfahrungsberichte aus der Übersetzungsbranche[STUDIE]= wissenschaftlich untersucht[OFFEN]= nirgends beschrieben, durch eigene Tests zu verifizieren
Begriffsklärungen
Die folgenden Begriffe werden im Dokument verwendet. Sie erschließen den weiteren Text ohne technisches Vorwissen:
- Glossar – eine Begriffsliste, die DeepL beim Übersetzen mitgegeben wird und die gewünschte Übersetzung vorgibt.
- Eintrag – eine Zeile in dieser Liste: ein Ausgangswort und die gewünschte Übersetzung.
- API (Programmierschnittstelle) – der Zugang, über den DeepL automatisiert aus eigenen Systemen genutzt wird, anstatt Texte manuell einzufügen. Sie eröffnet Funktionen, die in der Web-Oberfläche nicht verfügbar sind.
- Ausgangssprache und Zielsprache – die Sprache, aus der übersetzt wird, und die, in die übersetzt wird.
- Mehrdeutiger Begriff – ein Wort mit mehreren Bedeutungen, etwa englisch „bridge“ als Brücke, Steg oder Produktname.
- Auszeichnung im Quelltext – eine nicht sichtbare Markierung um einen Begriff, die DeepL anweist, diese Stelle unverändert zu übernehmen. Technisch:
ignore_tags. - Übersetzungsspeicher (Translation Memory) – ein Bestand bereits übersetzter vollständiger Sätze, der wiederverwendet wird. Der geeignete Ort für Textbausteine – anders als das Glossar, das ausschließlich einzelne Begriffe abdeckt.
- Unternehmensterminologie (Termbank) – das vollständige, gepflegte Verzeichnis aller Fachbegriffe. Das Glossar für DeepL ist lediglich ein gefilterter Auszug daraus.
- Versionsverwaltung – ein System, das jede Änderung an einer Datei dokumentiert und damit nachvollziehbar und revidierbar macht.
1. Kernaussage
Ein DeepL-Glossar ist keine Suchen-und-Ersetzen-Liste, sondern eine Präferenzvorgabe an das Übersetzungssystem. DeepL entscheidet für jeden Satz neu, ob es dieser Vorgabe folgt. Daran scheitern die meisten Erwartungen: Die Annahme, ein Glossareintrag wirke stets und überall gleich, ist unzutreffend.
Was daraus für die Praxis folgt:
| So verhält sich DeepL | Belegt durch |
|---|---|
| DeepL passt Einträge selbst an die Grammatik der Zielsprache an. Plural- und Beugungsformen müssen also nicht eigens eingetragen werden. | [DOK] |
| Ein Eintrag greift auch, wenn die Wörter im Satz gebeugt oder auseinandergezogen vorkommen. Die genaue Wortfolge muss nicht getroffen werden. | [DOK] |
| DeepL ignoriert einen Eintrag absichtlich, wenn er im Satz nicht passt. Beispiel von DeepL selbst: Der Eintrag „speech to text“ greift nicht, wenn diese drei Wörter im Satz nur zufällig nebeneinanderstehen und gar nicht zusammengehören. | [DOK] |
| DeepL kann zur Umsetzung eines Eintrags ganze Sätze umstellen. | [DOK] |
| Ein Eintrag wirkt auch in zusammengesetzten Wörtern. Beispiel aus der Praxis: der Eintrag „imager → Bildgenerator“ erzeugte auch „Bildgeneratormodul“. | [PRAXIS] |
Erste Konsequenz: Es gibt keine Garantie, dass ein Eintrag greift, und keine Möglichkeit, dies pro Satz abzufragen. Wo Verbindlichkeit erforderlich ist, bleibt eine Nachkontrolle unverzichtbar.
Zweite Konsequenz: Da ein Eintrag über Wortformen und Komposita hinweg wirkt, kann ein ungeeigneter Eintrag die Übersetzungsqualität spürbar beeinträchtigen.
2. Aufnahmekriterien: Welche Begriffe gehören ins Glossar?
Nicht „alle Fachbegriffe“ – das ist die falsche Fragestellung. Maßgeblich ist, ob ein Begriff eindeutig ist.
Das maßgebliche Kriterium
Ein Begriff gehört nur dann ins Glossar, wenn die gewünschte Übersetzung in jedem einzelnen Fall zutrifft – ohne Ausnahme.
Der Test: Lässt sich uneingeschränkt bestätigen, dass bei jedem Auftreten dieses Begriffs genau diese Übersetzung gewünscht ist? Andernfalls ist er nicht aufzunehmen. Dieses Kriterium ist strenger als die Einordnung als Fachbegriff – mehrdeutige Fachbegriffe erfüllen es nicht. Es ist gleichzeitig weiter gefasst: Produktnamen und Begriffe, die unübersetzt bleiben sollen, sind zulässig.
Was aufgenommen werden kann
DeepL nennt selbst vier Gruppen [DOK]:
- Eigene Begriffe des Unternehmens – Firmensprache, Produkt- und Servicenamen
- Begriffe, die nur in der jeweiligen Branche in dieser Bedeutung verwendet werden
- Begriffe, die auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnitten sind
- Begriffe, die unübersetzt bleiben sollen
Aus der Praxis kommt hinzu [PRAXIS]: Fachbegriffe mit genau einer freigegebenen Übersetzung, mit Kunden abgestimmte Begriffe, branchenübliche Abkürzungen, feste Mehrwortgruppen sowie Fremdwörter, die bewusst übersetzt werden sollen.
Was ausgeschlossen bleibt
| Was | Warum | Belegt durch |
|---|---|---|
| Alltagswörter und normale Umgangssprache | DeepL verwirft offensichtliche Standardübersetzungen selbst – ein Glossar ist kein Wörterbuch. | [DOK] |
| Begriffe mit mehreren Bedeutungen | DeepL erlaubt nur eine Übersetzung pro Wort. Ein Begriff mit zwei Bedeutungen lässt sich daher nicht eindeutig erfassen – eine Bedeutung wird für alle Fälle erzwungen. | [DOK] + [PRAXIS] |
| Produktnamen, die gleichzeitig Alltagswörter sind (siehe Kapitel 4) | Das größte Risiko, dass ein Eintrag an unbeabsichtigten Stellen greift | [PRAXIS] |
| Sehr kurze Begriffe und Abkürzungen, die auch Alltagswörter sind (IT, ALL, SIE) | Sie kollidieren häufig mit allgemeinem Text. Ob Groß- und Kleinschreibung dabei eine Rolle spielt, ist nicht dokumentiert. | [OFFEN] |
| Kleine Funktionswörter (Vor, und, mit …) | Belegter Fall aus einer Studie: Der Eintrag „Vor → NEXT“ machte aus dem Satzanfang „Before the unit is serviced …“ ein sinnentstelltes „NEXT, when the device is serviced …“. | [STUDIE] |
| Ganze Sätze | Diese gehören in einen Übersetzungsspeicher (Translation Memory), nicht ins Glossar. DeepL spricht ausdrücklich nur von Wörtern und kurzen Wortgruppen. | [DOK] |
| Bedienelemente der Software, Platzhalter, Code-Bausteine | Diese werden über Auszeichnungen im Quelltext geschützt (siehe Kapitel 6), nicht über das Glossar. | [DOK] |
| Doppelte Einträge, Tippfehler, alte Sonderzeichen wie * oder - | Doppelte Einträge lehnt DeepL beim Hochladen ab. Alte Platzhalterzeichen aus früheren Wortlisten müssen vorher entfernt werden. | [DOK] + [PRAXIS] |
Warum das Kriterium streng ausgelegt werden muss
Zwei wissenschaftliche Untersuchungen (MT Summit 2021 und EAMT 2023) kommen zum gleichen Ergebnis: Wird eine vollständige Unternehmensterminologie ungefiltert als Glossar eingesetzt, sinkt die Übersetzungsqualität messbar – sie bleibt nicht nur unverändert, sondern verschlechtert sich. [STUDIE]
Der aussagekräftigste Befund (Englisch–Russisch): Bei strenger Erzwingung der Glossarbegriffe erschienen in 98 % der Fälle die gewünschten Begriffe im Text – die Lesbarkeit der Sätze sank jedoch von 9,4 auf 7,5 Punkte. Bei schwächerer Erzwingung blieb die Lesbarkeit erhalten, es wurden aber nur 76 % der Begriffe umgesetzt. Kein Verfahren erwies sich als klar überlegen.
Festzuhalten: Eine hohe Trefferquote bei Begriffen ist nicht gleichbedeutend mit guter Übersetzungsqualität. Jeder Eintrag ist eine Abwägung zwischen terminologischem Nutzen und Einbußen bei der Lesbarkeit. Bei allgemeinen, kurzen und mehrdeutigen Einträgen fällt diese Abwägung stets negativ aus.
Empfohlener Umfang des Glossars
DeepL nennt keine Obergrenze und wirbt in den teureren Tarifen mit „unbegrenzt vielen Einträgen“ [DOK]. Die Branchenpraxis ist dennoch einheitlich [PRAXIS]:
Kompakte Glossare, die sich auf die wesentlichen Begriffe beschränken, sind wirksamer. Sehr umfangreiche Glossare können die Übersetzungsqualität beeinträchtigen.
Orientierungswert: Realistisch sind einige Dutzend bis wenige Hundert Einträge pro Sprachrichtung – nicht der vollständige Terminologiebestand. Zum Vergleich: DeepLs eigener Vorschlagsassistent erzeugt im Schnitt rund 20 Einträge aus 1.000 Beispielsätzen [DOK].
Der umfassende Terminologiebestand kann unverändert groß bleiben. Das Glossar für DeepL bleibt ein gefilterter Auszug daraus.
3. Bedeutung der Reihenfolge
Die Frage kann drei unterschiedliche Sachverhalte betreffen – mit drei unterschiedlichen Antworten:
a) Reihenfolge der Zeilen in der hochgeladenen Datei → ohne Einfluss
Eine stärkere Wirkung weiter oben stehender Einträge ist nirgends dokumentiert und mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gegeben [OFFEN]. Dokumentiert ist lediglich der erforderliche Dateiaufbau sowie der Umstand, dass keine Kopfzeile vorgesehen ist – die erste Zeile ist bereits ein Eintrag [DOK].
b) Wortfolge innerhalb eines mehrteiligen Eintrags → keine exakte Übereinstimmung erforderlich
DeepL erkennt einen mehrteiligen Eintrag auch, wenn die Wörter im Satz gebeugt sind oder auseinanderstehen [DOK]. Ein mehrteiliger Eintrag greift also nicht nur bei genau dieser Zeichenfolge.
Die Kehrseite ist ebenso dokumentiert: Wenn die Wörter zwar vorkommen, aber inhaltlich nicht zusammengehören, ignoriert DeepL den Eintrag bewusst.
DeepL vergleicht demnach die Bedeutung, nicht die Zeichenfolge – und dies in beide Richtungen.
4. Der Sonderfall: Produktnamen, die zugleich Alltagswörter sind
Hier liegt die zentrale Einschränkung. Es handelt sich nicht um eine Konfigurationsfrage – DeepL kann den Sachverhalt technisch nicht abbilden.
Die Problemstellung
- Terminologisch korrekt wäre: Zwei gleich geschriebene Begriffe mit unterschiedlicher Bedeutung bilden zwei getrennte Einträge
[PRAXIS]. - DeepL erlaubt jedoch nur eine Übersetzung pro Ausgangsbegriff; ein zweiter Eintrag zum selben Begriff wird beim Hochladen abgelehnt
[DOK].
Ein Eintrag, der einen Produktnamen unverändert lässt, kann daher nicht auf jene Fälle beschränkt werden, in denen tatsächlich das Produkt gemeint ist. Er gilt ausnahmslos.
Das Risiko hängt von der Ausgangssprache ab
Der Unterschied ist entscheidend, sobald sowohl aus dem Deutschen als auch aus dem Englischen übersetzt wird:
| Sprache | Risiko | Warum |
|---|---|---|
| Deutsch | gering | Ein englischer Produktname ist im deutschen Text kein Alltagswort. Ein Eintrag trifft praktisch nur den Produktnamen; das bedeutungsgleiche deutsche Wort ist eine andere Zeichenfolge und wird nicht erfasst. |
| Englisch | hoch | Produktnamen sind im Englischen häufig zugleich Alltagswörter – etwa „bridge“ in suspension bridge (Hängebrücke), bridge circuit (Brückenschaltung) oder land bridge (Landbrücke). Ein Eintrag überschreibt all diese Verwendungen und wirkt zusätzlich in zusammengesetzten Wörtern weiter. |
Ein Beispiel für den Schadensfall, mit dem fiktiven Produktnamen „Bridge“ und Englisch als Ausgangssprache:
| Eintrag | Gewünschte Wirkung | Tatsächlicher Schaden |
|---|---|---|
| „Bridge“ bleibt unübersetzt „Bridge“ | Der Produktname bleibt stehen. | Aus „suspension bridge“ wird „Suspension-Bridge“ statt „Hängebrücke“ – und der Fehler setzt sich in allen zusammengesetzten Wörtern fort. |
Dasselbe Muster tritt bei allen Produktnamen auf, die gleichzeitig Alltagswörter sind – etwa Access, Wave, Teams, Vision oder Studio.
Empfehlungen in der Reihenfolge ihrer Bedeutung
1. Einen Produktnamen, der in der Ausgangssprache ein Alltagswort ist, nicht in seiner Grundform ins Glossar aufnehmen – insbesondere nicht für Sprachrichtungen mit Englisch als Ausgangssprache.
Dies ist die wichtigste Empfehlung dieses Dokuments: Die Einbußen an Übersetzungsqualität übersteigen den terminologischen Nutzen.
2. Sofern ein Glossareintrag erforderlich ist, dann je Variante – und nur für tatsächlich bestehende Varianten:
Bridge L → Bridge L
Bridge M → Bridge M
Bridge Pro → Bridge Pro
(kein Eintrag für "Bridge" allein)
Mehrteilige Einträge sind zulässig und in diesem Fall der vorzuziehende Weg:
- DeepL beschreibt das ausdrücklich: Ein Eintrag darf mehrere Wörter oder eine kurze Wortgruppe enthalten
[DOK]. - Je spezifischer der Eintrag, desto seltener greift er an unbeabsichtigten Stellen.
- Eine Wortzahl-Grenze ist nirgends genannt – nur eine Längenbegrenzung von 1.024 Zeichen pro Ausgangs- und Zielbegriff
[DOK].
Wichtig: Es ist nicht darauf zu vertrauen, dass ein Eintrag für den Grundnamen die Varianten mit abdeckt. Ob DeepL eine Variante als Einheit erkennt oder nur den darin enthaltenen Grundnamen ersetzt, ist nirgends dokumentiert [OFFEN] – es gibt keine dokumentierte Regel, dass der längere oder genauere Eintrag gewinnt. Wer darauf aufbaut, kann mit jedem DeepL-Update ein anderes Ergebnis erhalten.
Produktvarianten sind zudem nicht vorsorglich in großer Zahl einzutragen: Mit der Zahl der Einträge sinkt die Ergebnisqualität [PRAXIS].
3. Redaktionsregel: den Produktnamen im Text stets erkennbar machen
Zu schreiben ist also etwa „das Bridge-Modul“, „die Bridge L Baugruppe“ oder „Bridge™“. Dies ist die wirtschaftlichste dauerhafte Lösung: Sie unterstützt das Übersetzungssystem ebenso wie die menschliche Leserschaft und erfordert lediglich eine Redaktionsregel.
4. Prävention: neue Produktnamen vorab prüfen
Ein Name, der in der Ausgangssprache ein häufiges Alltagswort ist, verursacht dauerhaft Übersetzungsprobleme. Diese Prüfung hat vor der Markteinführung zu erfolgen, nicht danach.
5. Dauerhafte Pflege des Glossars
Zuständigkeiten
Erforderlich sind eine namentlich benannte Person mit Entscheidungsbefugnis für die Terminologie, je Zielsprache eine prüfende Person sowie eine Ansprechperson aus Produktmanagement oder Marketing für Produktnamen. Unklare Zuständigkeiten sind die häufigste Ursache dafür, dass Glossare nicht gepflegt werden.
Freigabeprozess für neue Begriffe
vorschlagen → prüfen → bestätigen → freigeben → Übersetzungen in den Zielsprachen ergänzen
Begriffe, die nicht mehr gelten, werden als „veraltet“ markiert und nicht gelöscht – so bleibt die Entwicklung nachvollziehbar. Etablierte Terminologiewerkzeuge stellen dafür vorgesehene Felder bereit (etwa „bevorzugt / zulässig / veraltet“ sowie Angaben zur Wortart und zur Art des Begriffs). Die Angabe der Wortart ist für die automatisierte Weiterverarbeitung faktisch unverzichtbar.
Veröffentlichungsrhythmus
Vorschläge werden laufend gesammelt, jedoch nur zu festen Terminen veröffentlicht (zweiwöchentlich oder monatlich). So lassen sich Änderungen gebündelt testen. Quartalsweise empfiehlt sich eine vollständige Prüfung: Welche Einträge greifen an unbeabsichtigten Stellen, welche Produktnamen sind entfallen?
Am produktiv eingesetzten Glossar sind keine kurzfristigen Korrekturen ohne vorherigen Gegentest vorzunehmen. Ein einzelner ungeeigneter Eintrag beeinträchtigt unmittelbar das Gesamtergebnis.
Der entscheidende Test: Nutzen oder Schaden eines Eintrags
Ein Eintrag wird nur produktiv gesetzt, wenn er die Testfälle nachweislich verbessert.
Checkliste vor jedem Hochladen
- keine doppelten Ausgangsbegriffe (andernfalls wird die Datei abgelehnt)
- keine Tippfehler
- keine alten Platzhalterzeichen wie * oder -
- keine kleinen Funktionswörter
- kein Eintrag länger als 1.024 Zeichen
- Grundformen verwenden: Substantive in der Einzahl („package“, nicht „packages“), Verben im Infinitiv („to purchase“)
[DOK] - Groß- und Kleinschreibung nach den Regeln der jeweiligen Sprache
[DOK] - keine Steuerzeichen, keine Leerzeichen am Anfang oder Ende, weder Ausgangs- noch Zielfeld leer
[DOK]
Regeln für den Quelltext (größte Wirkung, geringste Kosten)
- kurze, direkte Sätze formulieren; lange Schachtelsätze auftrennen
- Mehrdeutigkeiten vermeiden: statt „Press the right button“ besser „Press the button on the right side“
- je Sachverhalt einen Begriff verwenden – nicht zwischen „Kunde“, „Auftraggeber“ und „Anwender“ wechseln
- Abkürzungen bei der ersten Nennung ausschreiben
- auf Redewendungen verzichten
- Fehler zuerst im Quelltext beheben
Jede Mehrdeutigkeit, die bereits im Quelltext aufgelöst wird, muss später nicht durch einen Glossareintrag kompensiert werden – und kann keine Folgefehler verursachen.
6. Technische Grenzwerte im Überblick
| Thema | Wert | Belegt durch |
|---|---|---|
| Doppelte Einträge | werden beim Hochladen abgelehnt | [DOK] |
| Sprachen | alle DeepL-Sprachen außer Thai | [DOK] |
| Sprachvarianten | Die Zielsprache Englisch gilt für britisches und amerikanisches Englisch gemeinsam; ebenso bei Portugiesisch und Chinesisch | [DOK] |
| Ausgangssprache muss angegeben werden | Glossare wirken nicht, wenn DeepL die Sprache selbst erkennen soll | [DOK] |
7. Entscheidungsmatrix
| Wenn der Begriff … | … dann |
|---|---|
| ein Fachbegriff ist, bei dem stets dieselbe Übersetzung zutrifft | Glossareintrag, Substantiv in der Einzahl |
| ein Verb oder Adjektiv ist, bei dem stets dieselbe Übersetzung zutrifft | Glossareintrag in der Grundform; bei DeepL zulässig – anders als bei Systemen mit starrer Ersetzung |
| ein Produktname ist, der in der Ausgangssprache kein Alltagswort ist | Glossareintrag, der den Begriff unverändert lässt – oder Auszeichnung im Quelltext |
| allgemein, kurz, mehrdeutig oder ein kleines Funktionswort ist | nicht aufnehmen; stattdessen den Quelltext präziser formulieren |
| ein ganzer Satz ist | Gehört nicht in das Glossar |
| eine Präferenz zu Ton oder Stil ist | Gehört nicht in das Glossar |
8. Nächste Schritte
- Bestand prüfen: das aktuelle Glossar Eintrag für Eintrag gegen das Kriterium aus Kapitel 2 prüfen und alles markieren, was nicht in jedem Fall zutrifft.
- Produktnamen erheben: Welche Produktnamen sind gleichzeitig gängige englische Wörter? Diese aus den Glossaren mit englischem Ausgangstext entfernen.
- Glossare je Ausgangssprache trennen (Deutsch getrennt von Englisch) – die Risiken sind unterschiedlich.
- In allen Übersetzungsanfragen prüfen, ob die Ausgangssprache angegeben ist – ohne Angabe wirkt kein Glossar. Der Punkt entfällt, sofern das anfragende System die Ausgangssprache automatisch mitsendet.
- Zentrale Unternehmensterminologie samt automatisiertem Export einrichten, den Export in die Versionsverwaltung übernehmen und feste Veröffentlichungstermine festlegen.
Quellen
DeepL — Support
- Best practices for glossary creation
- About the glossary · Über das Glossar (DE)
- Glossary upload
- Create a glossary
- Create multiple glossaries
- Merge glossaries
- Generate a glossary
- Use custom rules
- Add context to translations with Clarify
DeepL — Entwicklerdokumentation
- Managing glossaries
- Multilingual glossaries API reference
- Translate text endpoint
- XML and HTML handling / ignore_tags
- Custom instructions
- Understanding model types
- Roadmap and release notes
- Glossaries in the real world
- Glossarfunktion (Produktseite, DE) · Glossary feature page (EN)
- DeepL Glossary — Technical Overview (PDF, tekom-Jahrestagung) — detaillierteste Darstellung des Matching-Verhaltens; Limitangaben darin sind veraltet
Studien
- MT Summit 2021 — Glossary functionality in commercial machine translation: does it help? (PDF)
- EAMT 2023 — Coming to Terms with Glossary Enforcement (PDF)
Terminologie-Standards und Branchenpraxis
- TerminOrgs — Terminology Starter Guide (PDF) · TBX-Basic V4 (PDF)
- ISO 30042:2019 — TermBase eXchange (TBX)
- Lionbridge — Using terminology to improve machine translation
- Phrase — Term base best practices · Phrase — Machine translation glossaries
- meinrad.cc — The DeepL glossary
- toppandigital — Glossarfunktion bei DeepL (DE)
- AppTek — Smart machine translation control with glossaries and markup
- Smartling — DNT (Do Not Translate) glossary terms
- Microsoft Learn — Manage terminology
- Localize — DeepL Glossary Sync (Hinweis zur Case-Sensitivität)
